Orangerötlicher Adernseitling

Pilze, ein wahres Phänomen der Natur, sind weder Pflanzen noch Tiere. Die Wissenschaft hat deshalb für das überaus umfangreiche und komplexe Forschungsfeld der Pilze eine eigene Disziplin die "Mykologie" geschaffen. Eine Gattung von einer ungeheuren Vielfalt, sowohl in Bezug auf die hohe Anzahl der vorkommenden Sippen und Arten - man vermutet über eine Million von Pilzarten -, als auch hinsichtlich der unterschiedlichen Größenordnung, die von mikroskopisch klein bis zu wahrhaft riesigen Ausmaßen reichen können.

Wir Aktiven des NVB fanden am Samstag 12. November 2016 an einem abgestorbenen aber noch stehenden Ulmenstamm, diesen "orangeleuchtenden" Pilz. Die Fotos können die Schönheit des Pilzes und der Farben nur annähernd wiedergeben. Es stelle sich nun die Frage: Was für ein Pilz ist das? Wie heißt er? Viele Vereinsmitglieder nutzten ihre privaten Möglichkeiten, im Internet intensiv nach diesem Pilz zu suchen. Sie wurden fündig! Wir stellen Ihnen daher heute gerne den "Orangerötlicher Adernseitling" in unserer Rubrik "Besonderes" vor.

     

Die Gattung Pleurotus umfasst weltweit etwa 30 Arten. In Europa kommen nur 8 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten. Der botanische Name Pleurotus leitet sich von griechisch pleura = die Seite, und griechisch us = das Ohr ab. Bei den Seitlingen handelt es sich überwiegend um kurz- bis ungestielte Pilze, die seitlich aus dem Substrat ansitzende Fruchtkörper bilden. Die Pilzköpfe sind muschel-, nieren- oder halbkreisförmig. Die Pilzkopfunterseite wird durch helle, ganzrandige Lamellen gebildet, die Pilzkopfoberseite ist kahl und nicht geschuppt. Das Pilzfleisch hat bei jungen Fruchtkörpern eine saftige, alt bald eine zähe Konsistenz. Inhaltstoffe: 1951 gelang die Isolierung einer antibiotisch wirksamen Substanz dem "Pleuromulin" aus diesem Pilz. Heute werden chemische Modifikationen dieser Substanz für verschiedene therapeutische Zwecke eingesetzt. Eine bekannte Wirksubstanz in der Arzneimitteltherapie ist das Tiamulin bzw. das Tiamulinhydrogenfumarat. Speisewert: Dieser wird unterschiedlich bewertet. Die meisten Arten gelten als essbar und schmackhaft, insbesondere der Austernseitling. Der "Orangerötlicher Adernseitling" wird als bitterschmeckend und daher als nicht genießbar beurteilt, gilt jedoch als "ungiftig". Wir belassen ihn an Ort und Stelle und erfreuen uns an seiner Schönheit und sind froh, einen derart seltenen Pilz auf unserem Vereinsgelände >> Im Schacht << beherbergen zu können.