Rötender Blätterwirrling

Der Rötende Blätterwirrling (Daedaleopsis confragosa), auch Rötende Tramete oder Raue Tramete genannt, ist eine Pilart aus der Familie der Stielporlingsverwandten (Polyporaceae). Er ist weit verbreitet, wächst häufig in Auwäldern an verschiedenen Laubbäumen und erzeugt im befallenen Holz eine Weißfäule.

 

Der Rötende Blätterwirrling bevorzugt mehr oder weniger stickstoffhaltige Silberweiden- und Erlen-Feldulmen, dort wächst er vor allem an Weiden und Erlen. Aber auch in entsprechenden Laubholzbeständen fern von Flussläufen, insbesondere schattige Stellen und Vorwälder mit hoher Luftfeuchte, ist der Pilz häufig anzutreffen. Dort besiedelt er mit Vorliebe Hasel. Ebenso kommt er an Wegrändern vor, wo er vor allem Hainbuchen, Birken und Ebereschen befällt.          Dieser Pilz wurde am 08.03.2020 an der L3438 in der Nähe des "Schönauer Hof" entdeckt.

Goldgelber Zitterling

Der Goldgelbe Zitterling (Tremella mesenterica) oder Großer Laubholzzitterling wie man ihn auch nennt, ist eine häufige Pilzart aus der Familie der Zitterlingsverwandten. Er wächst überwiegend an toten, noch ansitzenden, aber auch an bereits herabgefallenen Ästen und Zweigen insbesondere von Bedecktsamern. Der Pilz parasitiert holzzersetzende Pilze aus der Gattung der Zystidenrindenpilze (Peniophora). Der gallertartige, blass gelbliche bis orange-gelbe Fruchtkörper des Zitterlings kann einen Durchmesser von bis zu 7 cm erreichen.

     

Er besitzt eine gewundene, gelappte Form und bei feuchter Witterung eine schmierige oder schleimige Oberfläche. Er wächst aus Rindenspalten und erscheint bei Regenwetter. Bei Trockenheit schrumpft er innerhalb weniger Tage zu einem dünnen Film oder einer kleinen Masse zusammen. Bei anschließender feuchter Witterung lebt der Fruchtkörper wieder auf. Die Spezies kommt in Laub- und Mischwäldern vor und ist in den gemäßigten und tropischen Regionen von Afrika, Asien, Australien, Europa sowie Nord- und Südamerika verbreitet. !VORSICHT! Obwohl der Pilz als fad und geschmacklos erachtet wird, ist er essbar. Andere Fachleute bewerten ihn an ungeniessbar! Dieser Pilz wurde am 08.03.2020 an der L3438 in der Nähe des "Schönauer Hof" entdeckt.  

Orangerötlicher Adernseitling

Pilze, ein wahres Phänomen der Natur, sind weder Pflanzen noch Tiere. Die Wissenschaft hat deshalb für das überaus umfangreiche und komplexe Forschungsfeld der Pilze eine eigene Disziplin die "Mykologie" geschaffen. Eine Gattung von einer ungeheuren Vielfalt, sowohl in Bezug auf die hohe Anzahl der vorkommenden Sippen und Arten - man vermutet über eine Million von Pilzarten -, als auch hinsichtlich der unterschiedlichen Größenordnung, die von mikroskopisch klein bis zu wahrhaft riesigen Ausmaßen reichen können.

Wir Aktiven des NVB fanden am Samstag 12. November 2016 an einem abgestorbenen aber noch stehenden Ulmenstamm, diesen "orangeleuchtenden" Pilz. Die Fotos können die Schönheit des Pilzes und der Farben nur annähernd wiedergeben. Es stelle sich nun die Frage: Was für ein Pilz ist das? Wie heißt er? Viele Vereinsmitglieder nutzten ihre privaten Möglichkeiten, im Internet intensiv nach diesem Pilz zu suchen. Sie wurden fündig! Wir stellen Ihnen daher heute gerne den "Orangerötlicher Adernseitling" in unserer Rubrik "Besonderes" vor.

     

Die Gattung Pleurotus umfasst weltweit etwa 30 Arten. In Europa kommen nur 8 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten. Der botanische Name Pleurotus leitet sich von griechisch pleura = die Seite, und griechisch us = das Ohr ab. Bei den Seitlingen handelt es sich überwiegend um kurz- bis ungestielte Pilze, die seitlich aus dem Substrat ansitzende Fruchtkörper bilden. Die Pilzköpfe sind muschel-, nieren- oder halbkreisförmig. Die Pilzkopfunterseite wird durch helle, ganzrandige Lamellen gebildet, die Pilzkopfoberseite ist kahl und nicht geschuppt. Das Pilzfleisch hat bei jungen Fruchtkörpern eine saftige, alt bald eine zähe Konsistenz. Inhaltstoffe: 1951 gelang die Isolierung einer antibiotisch wirksamen Substanz dem "Pleuromulin" aus diesem Pilz. Heute werden chemische Modifikationen dieser Substanz für verschiedene therapeutische Zwecke eingesetzt. Eine bekannte Wirksubstanz in der Arzneimitteltherapie ist das Tiamulin bzw. das Tiamulinhydrogenfumarat. Speisewert: Dieser wird unterschiedlich bewertet. Die meisten Arten gelten als essbar und schmackhaft, insbesondere der Austernseitling. Der "Orangerötlicher Adernseitling" wird als bitterschmeckend und daher als nicht genießbar beurteilt, gilt jedoch als "ungiftig". Wir belassen ihn an Ort und Stelle und erfreuen uns an seiner Schönheit und sind froh, einen derart seltenen Pilz auf unserem Vereinsgelände >> Im Schacht << beherbergen zu können.