„Im Schacht“

Als man einst bei Straßenbauarbeiten für den Unterbau der zu erneuernden Ortsverbindung zwischen Bauschheim und Astheim das passende Auffüllmaterial benötigte, beschaffte man sich den notwendigen Aushub ganz in der Nähe. Im früheren so genannten „Eckerts-Loch" holte man den Sand aus einer Grube, für die sich im Laufe der Jahre die Bezeichnung „Im Schacht" eingebürgert hatte.

Der Verein übernahm 1959 das inzwischen etwas eingeebnete Gelände, in dem sich ein ganz besonderes Feldbiotop entwickeln konnte. Nach dem Roden eines Großteils des Bestandes an Pappeln und Salweiden begann man unter planerischer Mitwirkung einer Forst-Baumschule auf der Südseite mit der Gestaltung des Schutzgebietes. Mit den Anpflanzungen unterschiedlicher Heckenarten sollte berücksichtigt werden, dass durch besondere Effekte der Windfilterung sowie des Futterangebotes an Beeren und anderer Wildfrüchte die Lebensbedingungen für bestimmte Vogelarten verbessert werden. Die zwischen den Hecken sich ergebenden Freiräume nutzte man für die Anpflanzung von Solitärbäumen, die unter anderem von Greifvögeln zum Bau ihrer Horste benötigt werden.

Bald merkten die fleißigen Bauschheimer Vogelschützer, dass ihnen der geschaffene „Naturraum" zu eng wurde. Nachdem die Genehmigung, das Vogelschutzgebiet „Im Schacht" zu erweitern, von der Gemeinde im Jahre 1965 vorlag, wurde der östlich angrenzende Acker aufgeforstet. Dabei konnte man die im ersten Bauabschnitt gemachten Erfahrungen berücksichtigen.

Als am 15. Mai des Folgejahres unser Verein sein 10-jähriges Bestehen feierte, waren die Bauschheimer Vogelschützer bereits hessenweit ein Begriff. Selbst der damalige Minister für Landwirtschaft und Forsten des Landes war anlässlich eines Besuchs in der Gemeinde beeindruckt von den Arbeitserfolgen der Aktiven.

Inzwischen war immerhin ein erster künstlicher Teich im südlichen Teil des Geländes im Halbschatten der höheren Bäume angelegt. Eine etwas größere Wasserfläche entstand einige Jahre später in einer Wiese im Nordteil der Anlage. Das Wachsen und Gedeihen der unterschiedlichen Pflanzengemeinschaften veranlasste die Vereinsverantwortlichen, einen Rundweg mit Hilfe von Beschriftungstafeln zu einem Naturlehrpfad auszubauen. Bis in die Gegenwart hinein wurden unter anderem auch durch diese sinnvolle Einrichtung anlässlich der „Tag der offenen Tür" viele Besucher angezogen.